Allgemeine Geschäftsbedingungen — Neretha

Fassung 2 vom 21.10.2026

Anbieter: Neretha Services, Inhaber Cumali Oruc, Im Scheidpatt 16, 41542 Dormagen, kontakt@neretha.de, Telefon 0162 9185274 („Neretha“, „wir“).

§ 1 Geltung, nur für Unternehmer

  1. Diese AGB gelten für alle Verträge über die Nutzung der Software-Dienste von Neretha (Neretha Angebote, Neretha Belege, Neretha Fragebögen, Neretha Haftung, Neretha Komplett) und damit verbundene Leistungen.
  2. Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Bei der Anfrage bestätigt der Kunde ausdrücklich, dass er in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt, und nennt seine Firma. Verträge mit Verbrauchern schließen wir nicht. Wir dürfen vor Vertragsschluss einen geeigneten Nachweis verlangen (z. B. USt-IdNr., Handelsregister- oder Gewerbeangabe) und Anfragen ohne Unternehmerbezug ablehnen.
  3. Abweichende oder ergänzende Bedingungen des Kunden gelten nur, wenn wir ihnen ausdrücklich in Textform zustimmen. Individuelle Vereinbarungen gehen diesen AGB vor (§ 305b BGB).

§ 2 Vertragsschluss

  1. Die Darstellung auf der Website ist kein bindendes Angebot. Der Kunde gibt mit seiner Kaufanfrage über neretha.de/kaufen ein Angebot ab. Den Eingang bestätigen wir sofort nach dem Absenden auf der Seite mit einer Referenznummer. Der Vertrag kommt zustande, wenn wir die Anfrage in Textform annehmen oder den Zugang freischalten. Die Dienste nutzt der Kunde danach über app.neretha.de.
  2. Vor dem Absenden kann der Kunde seine Eingaben im Formular prüfen und korrigieren. Den Vertragstext (Bestellangaben und diese AGB samt Vertrag zur Auftragsverarbeitung) senden wir mit der Annahme in speicherbarer Form (PDF) zu. Die jeweils aktuelle Fassung steht unter neretha.de/agb. Die Pflichten nach § 312i Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 BGB erfüllen wir wie in diesem Paragrafen beschrieben; im Übrigen sind sie abbedungen (§ 312i Abs. 2 Satz 2 BGB).
  3. Vertragssprache ist Deutsch.

§ 3 Leistungen

  1. Wir stellen die Software als Online-Dienst (Software as a Service) im gebuchten Umfang zur Nutzung über das Internet bereit. Der Leistungsumfang ergibt sich aus der Produktbeschreibung und dem gebuchten Paket zum Zeitpunkt der Bestellung. Paket Start ist für eine Person, Paket Pro für bis zu 5 Personen und enthält zusätzlich die Schnittstelle (Abs. 7). Jedes Paket enthält 10 GB Speicher. Überschreitet die Nutzung diese Grenze, sprechen wir den Kunden an; wegen der Grenze löschen wir keine Daten. Zusatzoptionen (mehr Speicher, KI-Funktionen) sind derzeit nicht buchbar und nicht Vertragsbestandteil.
  2. Hilfsmittel, keine Beratung. Die Dienste helfen bei der Organisation von Büroarbeit (z. B. Angebote, Rechnungen, E-Rechnungen, Belege, Fristen, Nachweise). Sie sind keine Steuer- oder Rechtsberatung im Sinne des Steuerberatungsgesetzes oder des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Für die inhaltliche Richtigkeit von Rechnungen, Erklärungen und Meldungen bleibt der Kunde verantwortlich; Ergebnisse soll er bei Bedarf mit seiner Steuerberatung abstimmen. Übermittlungen an Behörden oder Dritte löst der Kunde selbst aus.
  3. E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD). Wir erzeugen E-Rechnungen im Format nach EN 16931 und prüfen sie vor der Ausgabe technisch (Validierung nach den KoSIT-Regeln). Verantwortlich sind wir für Formatfehler, die unsere Software verursacht. Diese beheben wir unverzüglich. Der Kunde ist verantwortlich für die Inhalte und Pflichtangaben (insbesondere § 14 UStG), für Angaben des Empfängers (z. B. Leitweg-ID), für den Versand an den Empfänger und für die Aufbewahrung. Ablehnungen beim Empfänger, die auf Inhalten oder Vorgaben des Empfängers beruhen, sind kein Mangel unserer Leistung.
  4. Wir entwickeln die Dienste weiter. Wir dürfen Funktionen ändern, wenn der vertraglich zugesagte Kernnutzen erhalten bleibt und die Änderung dem Kunden zumutbar ist. Wesentliche Einschränkungen kündigen wir mindestens 30 Tage vorher in Textform an. Der Kunde kann dann zum Änderungszeitpunkt kündigen.
  5. Verfügbarkeit. Wir betreiben die Dienste mit der Sorgfalt eines ordentlichen Anbieters und bemühen uns um eine hohe Verfügbarkeit. Eine bestimmte Verfügbarkeitsquote sagen wir nicht zu, solange sie nicht ausdrücklich vereinbart ist. Geplante Wartungen kündigen wir möglichst vorher an und führen sie möglichst außerhalb üblicher Geschäftszeiten durch. Wir haften nicht für Störungen, die wir nicht zu vertreten haben, insbesondere für Störungen des Internets außerhalb unseres Netzes, für höhere Gewalt und für Störungen beim Kunden. Für unsere Dienstleister (z. B. Rechenzentrum) stehen wir nach dem Gesetz ein.
  6. Eingangsadresse. Für Neretha Angebote erhält jede Firma eine eigene E-Mail-Eingangsadresse (…@in.neretha.de). E-Mails an diese Adresse (z. B. in Kopie versendete Angebote) verarbeiten wir automatisch für die gebuchten Funktionen, etwa um ein Angebot als versendet zu erkennen und Nachfass-Termine vorzuschlagen. Der Kunde nutzt die Adresse nur für eigene Geschäftspost und kann sie jederzeit erneuern. Ob er Empfänger über die Verarbeitung informieren muss, prüft er als Verantwortlicher selbst.
  7. Schnittstelle (API) und Webhooks (Paket Pro). Wir stellen eine dokumentierte Schnittstelle (Version v1) und signierte Webhooks bereit. Der Kunde hält API-Schlüssel und Webhook-Geheimnisse geheim und hält sich an die Nutzungsgrenzen gegen Überlastung. Für den Empfang der Webhooks auf seinen Systemen ist er selbst verantwortlich. Änderungen, die bestehende Integrationen brechen, kündigen wir mindestens 30 Tage vorher in Textform an.

§ 4 Testmonat

  1. Ein kostenloser Testmonat gilt nur, wenn wir ihn in Textform anbieten. Er endet automatisch, ohne dass eine Kündigung nötig ist. Eine kostenpflichtige Fortsetzung kommt nur durch ausdrückliche Bestellung zustande.
  2. Nach dem Ende des Testmonats kann der Kunde seine Daten noch 30 Tage exportieren (§ 7 Abs. 4 gilt entsprechend). Danach löschen wir sie.
  3. Während des unentgeltlichen Testmonats haften wir nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie in den Fällen des § 9 Abs. 1.

§ 5 Pflichten des Kunden

  1. Der Kunde hält seine Zugangsdaten geheim, nutzt sichere Passwörter und informiert uns unverzüglich bei Verdacht auf Missbrauch.
  2. Er gibt Mitarbeitenden nur im gebuchten Umfang Zugang und ist für deren Handeln verantwortlich.
  3. Er lädt keine rechtswidrigen Inhalte hoch, verletzt keine Rechte Dritter und nutzt die Dienste nicht für unerlaubte Werbung (insbesondere keine E-Mail-Werbung ohne Einwilligung nach § 7 UWG).
  4. Er bleibt für seine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten (z. B. § 147 AO, § 257 HGB, GoBD) verantwortlich. Er nutzt die Exportfunktionen rechtzeitig, insbesondere vor dem Vertragsende.
  5. Hinweise auf rechtswidrige Inhalte und Einschränkungen (Art. 14, 16 DSA). Hinweise auf rechtswidrige Inhalte nimmt jeder unter kontakt@neretha.de entgegen (Betreff „Hinweis rechtswidriger Inhalt“, mit Begründung, genauer Fundstelle, Name und E-Mail des Hinweisgebers, Erklärung über die Richtigkeit). Bei konkreten Anhaltspunkten für rechtswidrige Inhalte oder einen schweren Verstoß gegen diese AGB dürfen wir einzelne Inhalte oder Funktionen sperren, soweit das verhältnismäßig ist. Wir teilen dem Kunden die Sperre mit Begründung mit. Er kann ihr in Textform widersprechen. Wir prüfen den Widerspruch durch einen Menschen, ohne automatisierte Entscheidung.

§ 6 Preise und Zahlung

  1. Es gelten die bei Bestellung genannten Preise. Alle Preise sind Nettopreise zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer, soweit sie anfällt. Solange wir die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG anwenden, berechnen wir keine Umsatzsteuer. Die Rechnung enthält dann den Hinweis auf die Steuerbefreiung.
  2. Die Entgelte sind monatlich im Voraus fällig. Wir stellen sie per Rechnung (elektronisch) und zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum.
  3. Preisänderungen kündigen wir mindestens 6 Wochen vorher in Textform an. Sie wirken nur für künftige Abrechnungsmonate. Der Kunde kann zum Änderungszeitpunkt kündigen; tut er das nicht, gilt der neue Preis. Auf diese Folge weisen wir in der Ankündigung hin.
  4. Bei Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen dürfen wir den Zugang nach Ankündigung in Textform mit einer Frist von mindestens 7 Tagen sperren. Der Datenexport bleibt auch während einer Sperre möglich.

§ 7 Laufzeit, Kündigung, Wechsel und Datenexport

  1. Verträge laufen auf unbestimmte Zeit. Beide Seiten können sie jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungsmonats kündigen, in Textform (E-Mail genügt).
  2. Das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
  3. Anbieterwechsel (Art. 23–26 Data Act). Der Kunde kann jederzeit verlangen, zu einem anderen Anbieter oder auf eigene Systeme zu wechseln. Dafür gilt: (a) Die Ankündigungsfrist beträgt höchstens die Kündigungsfrist nach Abs. 1 und in keinem Fall mehr als zwei Monate. (b) Danach unterstützen wir den Wechsel in einem Übergangszeitraum von höchstens 30 Kalendertagen. Der Dienst läuft in dieser Zeit weiter. Der Kunde kann diesen Zeitraum einmal verlängern. (c) Wir unterstützen den Kunden und von ihm benannte Dritte angemessen, informieren über bekannte Risiken für die Kontinuität und schützen die Daten während der Übertragung. (d) Der Vertrag endet mit erfolgreichem Wechsel oder, wenn der Kunde nur exportieren und löschen lassen will, mit Ablauf der Ankündigungsfrist. Wir informieren den Kunden über die Beendigung. (e) Für den Wechsel und den Export berechnen wir keine Entgelte.
  4. Exportierbare Daten. Exportierbar sind alle vom Kunden eingegebenen oder hochgeladenen Daten und die daraus erzeugten Dokumente: Stammdaten, Kontakte, Angebote, Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD), Belege mit Originaldateien, Buchungen, Fristen, Nachweise und das GoBD-Prüfprotokoll. Der Kunde exportiert sie selbst über die Exportfunktionen in der App (u. a. Buchhaltung als CSV und JSON, DATEV-Export, GoBD-Prüfungsexport, E-Rechnungen als XML, Nachweis-Exporte) und im Paket Pro über die Schnittstelle. Daten ohne eigene Exportfunktion liefern wir auf Anforderung innerhalb von 10 Werktagen kostenlos als JSON oder CSV mit den Originaldateien. Nicht exportierbar sind nur interne Betriebsdaten unserer Software (z. B. Programmcode, Systemprotokolle ohne Kundenbezug, Sicherheitsschlüssel).
  5. Abrufzeitraum und Löschung. Nach Vertragsende oder nach Ende des Übergangszeitraums kann der Kunde seine Daten mindestens 30 Kalendertage lang abrufen. Wir erinnern ihn rechtzeitig vor der Löschung. Danach löschen wir alle exportierbaren Daten vollständig, soweit keine gesetzliche Pflicht zur Aufbewahrung bei uns besteht. Datensicherungen werden im regulären Rotationszyklus überschrieben.

§ 8 Daten, Datenschutz, Vertraulichkeit

  1. Die Daten des Kunden bleiben seine Daten. Personenbezogene Daten verarbeiten wir im Auftrag des Kunden nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Anlage), der mit diesen AGB vereinbart wird. Bei Widersprüchen geht die AVV in Fragen des Datenschutzes vor.
  2. Wir nutzen Kundendaten nicht für Werbung und nicht zum Training von KI-Modellen.
  3. Eine Auswertung der Nutzung zu Analysezwecken findet nicht statt.
  4. Beide Seiten behandeln vertrauliche Informationen der anderen Seite vertraulich, auch über das Vertragsende hinaus.

§ 9 Haftung

  1. Wir haften unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei arglistigem Verschweigen eines Mangels, bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz und soweit wir eine Garantie übernommen haben.
  2. Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht ist die Haftung auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden begrenzt. Wesentlich ist eine Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf.
  3. Im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
  4. Bei Datenverlust haften wir im Rahmen von Abs. 1 bis 3 für den Aufwand, der zur Wiederherstellung aus unseren Datensicherungen und den Exporten des Kunden nötig ist. Unsere eigene Pflicht zur regelmäßigen Datensicherung bleibt unberührt.
  5. Wir haften nicht für Folgen fehlerhafter Angaben des Kunden und nicht für Entscheidungen, die er eigenverantwortlich auf Grundlage der Hilfsmittel trifft (§ 3 Abs. 2). Abs. 1 bleibt unberührt.
  6. Die Haftungsregeln gelten auch für unsere Erfüllungs- und Verrichtungsgehilfen.

§ 10 Änderungen dieser AGB

  1. Wir können diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, wenn das wegen neuer Gesetze, Rechtsprechung oder behördlicher Vorgaben oder wegen technischer Änderungen ohne Nachteil für den Kunden nötig ist. Hauptleistungen, Preise, Laufzeit und Haftung ändern wir auf diesem Weg nicht (dafür gelten § 3 Abs. 4 und § 6 Abs. 3).
  2. Änderungen teilen wir mindestens 6 Wochen vor Inkrafttreten in Textform mit. Widerspricht der Kunde nicht bis zum Inkrafttreten, gelten sie als angenommen. Auf diese Folge und auf das Widerspruchsrecht weisen wir in der Mitteilung ausdrücklich hin. Widerspricht der Kunde, gilt die bisherige Fassung weiter. Jede Seite kann den Vertrag dann zum Inkrafttreten kündigen.

§ 11 Schlussbestimmungen

  1. Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Zwingende Vorschriften des Unionsrechts (z. B. Data Act, DSGVO) bleiben unberührt.
  2. Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand Dormagen (Amtsgericht Neuss, Landgericht Düsseldorf). Wir dürfen auch am Sitz des Kunden klagen.
  3. Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt der Vertrag im Übrigen wirksam. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt die gesetzliche Regelung (§ 306 Abs. 2 BGB).

Anlagen: Vertrag zur Auftragsverarbeitung (mit Anlage 1 TOM und Anlage 2 Unterauftragsverarbeiter).

Fassung 2 vom 21.10.2026